Was ist ein Schutzkonzept
Kinder, Jugendliche sowohl schutz- und hilfebedürftige Erwachsene sollen in unserer Seelsorgeeinheit Unteres Filstal einen Ort finden, in denen sie ihre Gottesbeziehung, ihre Persönlichkeit, ihre Fähigkeiten und Begabungen in einem geschützten Rahmen entfalten können und vor übergriffigen und missbräuchlichen Verhalten geschützt werden. Damit wir als Katholische Kirche in der Seelsorgeeinheit Unteres Filstal Kindern, Jugendlichen sowohl schutz- und hilfebedürftige Erwachsenen diesen Ort bieten können, haben wir für die Seelsorgeeinheit ein institutionelles Schutzkonzept entwickelt. Es wurde im April 2023 durch die Kirchengemeinderäte der drei Kirchengemeinden in Kraft gesetzt.
Das Schutzkonzept möchte alle, die mit Kindern, Jugendlichen sowohl schutz- und hilfebedürftige Erwachsenen in unseren Gemeinden zu tun haben, für das Thema Kindeswohl und Grenzüberschreitungen sensibilisieren. Dafür werden all unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend eingewiesen und geschult. Bei der Gruppenleiterausbildung in der Kinder- und Jugendarbeit ist dies bereits seit Jahren Standard.
Bausteine des Schutzkonzepts
Unser Schutzkonzept fußt auf dem Musterschutzkonzept der Stabsstelle Prävention, Kinder- und Jugendschutz der Diözese Rottenburg-Stuttgart und hat folgende Baussteine:
Verhaltenskodex
Der Verhaltenskodex im Schutzkonzept enthalten beschreibt wichtige Handlungsrichtlinien, die zu einer Kultur der Achtsamkeit beitragen. Nach diesen Richtlinien wollen wir als Seelsorgeeinheit unser Verhalten ausrichten. Im Verhaltenskodex sind vor allem Hilfestellungen, Anregungen und konkrete Verhaltensweisen für den Umgang mit sexualisierter Gewalt und Gewaltpotenzialen benannt.
Sensibilisierung und Wahrnehmen – Präventionsschulungen
Als Seelsorgeeinheit möchten wir sicherstellen, dass es keine Grenzüberschreitungen gibt. Deshalb setzen wir uns aktiv mit unserem Auftrag auseinander, vorbeugend zu handeln. Dabei schärfen wir unsere Wahrnehmung, um Gefahren frühzeitig zu erkennen, ihnen entgegenzuwirken und im Ernstfall handlungsfähig zu sein. Wir unterstützen und fordern deshalb die Teilnahme an Präventionsschulungen.
Auf Grundlage der Präventionsordnung und dem Bischöflichen Gesetz der Diözese Rottenburg-Stuttgart sowie dem Bundeskinderschutzgesetz bieten wir regelmäßig verpflichtende Fortbildungen zum Thema Schutzauftrag an. Teilnehmen müssen alle Mitarbeiter der Kirchengemeinden, in katholischen Einrichtungen sowie alle pastoralen, pädagogischen und pflegerischen Fachkräfte. Auch ehrenamtliche Mitarbeiter, die mit Kindern, Jugendlichen oder hilfsbedürftigen Erwachsenen arbeiten, werden geschult.
Sicher handeln bei Verdacht
Bei einem Verdacht ist es wichtig, umsichtig und verantwortungsvoll zu handeln. In unserer Seelsorgeeinheit ermutigen wir alle Mitarbeitenden, mögliche Auffälligkeiten aufmerksam zu beobachten und gegebenenfalls zu melden. So können Risiken frühzeitig erkannt und angemessene Schritte eingeleitet werden. Dabei achten wir darauf, ruhig und bedacht vorzugehen, um alle Beteiligten zu schützen und keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen. Der Verdacht wird sorgfältig geprüft, und wenn nötig, wird in Abstimmung mit den entsprechenden Stellen über das weitere Vorgehen entschieden. Unser Anliegen ist es, ein sicheres und vertrauensvolles Umfeld zu gewährleisten.
Beratungs- und Beschwerdewege
Ein weiterer Bausstein ist das Einrichten klarer Beratungs- und Beschwerdewege, um für alle Transparenz und Sicherheit zu schaffen. Mitarbeitende sowie Ehrenamtliche und Gemeindemitglieder haben jederzeit die Möglichkeit, sich bei Fragen oder Anliegen vertrauensvoll an interne und externe Ansprechpersonen zu wenden. Wir fördern eine offene Fehler- und Feedbackkultur. Das bedeutet, dass wir nicht nur Fragen und Beschwerden ernst nehmen, sondern auch aus Fehlern lernen wollen, um gemeinsam besser zu werden.
Beratungswege: Wir informieren alle Mitarbeitenden über die internen und externen Ansprechstellen sowie Beratungsmöglichkeitenden bei Unsicherheiten oder Verdachtsmomenten. Diese speziell geschulten Ansprechpersonen sollen Unterstützung und Orientierung bieten. und helfen, den richtigen Umgang mit möglichen Herausforderungen zu finden.
Beschwerdewege: Bei Beschwerden können sich Betroffene direkt an die zuständigen Stellen innerhalb der Seelsorgeeinheit wenden. Sollte eine interne Lösung nicht möglich oder gewünscht sein, stehen auch externe unabhängige Beratungsstellen zur Verfügung. Alle Beschwerden werden ernst genommen, fair geprüft und zeitnah bearbeitet.
Unsere Fehlerkultur ermutigt dazu, offen mit Fehlern umzugehen, sie als Lernmöglichkeiten zu betrachten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Durch eine Feedbackkultur fördern wir den regelmäßigen Austausch, um kontinuierlich zu wachsen und ein offenes, sicheres Miteinander zu stärken.
Aus Krisen lernen
Wir wollen aus Vorkommnissen auch lernen, um kontinuierliche Verbesserungen zu erreichen. Die Analyse von Ereignissen, die aufgekommen sind, spielt dabei eine zentrale Rolle. Wir verstehen, dass jedes Ereignis, sei es positiv oder negativ, wertvolle Erkenntnisse bietet.
Qualitätsmanagement
Durch die regelmäßige Thematisierung, Aktualisierung der Daten und Weiterentwicklung unseres Schutzkonzeptes stellen wir sicher, dass wir stets den aktuellen Anforderungen und Standards gerecht werden. Dies ermöglicht uns, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zum Schutz aller Beteiligten zu ergreifen. Ein kontinuierlicher Austausch und Feedback von Mitarbeitenden und Gemeindemitgliedern sind ebenfalls wichtige Bestandteile dieses Prozesses, um ein sicheres und vertrauensvolles Umfeld zu gewährleisten.
Öffentlichkeitsarbeit
Das beste Schutzkonzept kann nicht wirken, wenn es nicht bekannt ist. Deshalb wollen wir durch unsere Öffentlichkeitsarbeit das Schutzkonzept in den Kirchengemeinden bekannt machen, z.B. wie mit dieser Seite auf unserer Homepage.


